Frühjahr
Wir haben unser erstes Ziel in der Dordogne erreicht. Das 26.000-Einwohner-Städtchen Bergerac mit der mittelalterlichen Altstadt war einst eine protestantische Hochburg, aus der die Katholiken hinausgeworfen wurden. Beide Seiten haben sich nichts geschenkt. Heute wartet in der Altstadt einiges an Gastronomie auf neue Gäste. Kenner schwärmen vom goldenen, likörsüßen Monbazillac, dem klassischen Begleiter der regionalen Spezialität: Enten- oder Gänsestopfleber (arrgh …)
Bergerac war okay – eine „normale“ französische Kleinstadt mit mittelalterlichem Stadtteil, der zwar malerisch, aber schnell durchschritten ist. Monpazier mit seinen 400 Einwohnern ist eine andere Welt: Hier ist irgendwie alles Altstadt. Acht Jahrhunderte nach seiner Gründung präsentiert sich der Ort als authentisches Schmuckstück mittelalterlicher Architektur.
Schlösser besichtigen ist ja so eine Sache. Man hört viel über adelige Herrschaften, deren historische Bedeutung sich für uns oft nicht einordnen lässt. Man sieht viel Prunk und Luxus, der – nicht nur wenn man ein Leben im kleinen Wohnmobil gewöhnt ist – wie vom anderen Stern erscheint. Beim »Cháteau des Milandes« ist das anders. Hier hat eine faszinierende Persönlichkeit gelebt, die ihre Stimme erhob gegen Rassismus und für Demokratie – ihre Botschaft ist heute genauso wichtig ist wie damals.
La Roque-Gageac liegt am Fuße eines hoch aufragenden Kalksteinfelsens am Ufer der Dordogne und bietet Besuchern ein Gewirr von mit Kopfstein gepflasterten Straßen, eine Höhlenburg, eine romanische Kirche und eine tropische Vegetation, in der sogar Bananen wachsen. In der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs ist es eines der ältesten Mitglieder.




