Sommer '24
31. Mai: Wir wollen dort in Frankreich weitermachen, wo wir letztes Jahr im Sommer aufgehört haben. Wie immer beginnen wir unsere Reise nach Südwesten mit einen Kurzbesuch bei Jens in Amsterdam. Vorher fahren wir aber noch beim Obelink in Winterswijk vorbei. Soll ja ein ziemlich großer Camping-Ausrüster sein.
Wer wissen will, wo wir gerade stecken, kann sich ja mal die Karte ansehen:
Das war unsere Route (Stellplatzinfo nach Klick auf die Marker).
Wir sind auf dem Weg nach Holland. Es ist Freitag, unser Kasten ist bis hart an der Grenze vollgepackt, wir fahren aber erst zur Geburtstagsfeier meiner Schwester. Die ist 50 geworden und hat die Festlichkeit gespickt mit Bildern und Gesang aus ihren Chor- und Musicalgemeinschaften. Sehr emotional. Um die allabendliche Verkehrsberuhigung zu nutzen, fahren wir spät noch los in Richtung Winterswijk, denn wir wollen dort dem größten Freizeitmarkt der Niederlande einen Besuch abstatten.
Wir sind auf dem Weg nach Klein-Amerika. So heißt einer der zentralen Parkplätze in Gouda, der holländischen Stadt des gleichnamigen Käses. Der Ort soll einer der schönsten in den Niederlanden sein, heißt es im Internet. Das wir aber hier so eine eindrucksvolle Kirche finden würden, für deren Besichtigung mal eben 11 Euro fällig werden, das haben wir nicht erwartet.
Nach Calais fährt man hin … um wieder wegzufahren – entweder mit der Fähre oder durch den Tunnel nach Dover. Dabei ist die Hafenstadt nicht nur selbst eine Reise wert, sondern auch ein guter Ausgangspunkt, um die Normandie und die charmanten Fischerdörfer an der Côte d'Opale zu erkunden. Ja und dann ist da noch die weltberühmte Spitze von Calais.
Wir haben wieder mal einen Katzensprung gemacht: 15 Kilometer sind es von Calais bis Wissant. Eigentlich wollten wir hier nur eine Runde spazieren gehen und dann weiterfahren nach Wimereux, um dort zu übernachten. Und wieder ändern wir unsere Planung.
Isigny-sur-Mer ist ein kleiner Ort in der Normandie, der für Touristen kaum etwas zu bieten hat. Es sei denn, die kommen mit einem Wohnmobil. Der kostenlose Stellplatz hat nämlich bis auf eine Dusche alles was wir brauchen. Also der richtige Ort, um mal wieder ein wenig zu entspannen oder zu arbeiten. Ohne Insigny-sur-Mer gäbe es allerdings den König der Löwen oder die Eiskönigin nicht – zumindest nicht von Walt Disney.
Barfleur gehört offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Davon gibt es nur 176 Stück (Stand Oktober 2023). Aber wie das so ist mit der Schönheit – der eine mag es lieber bunt und die andere eher grau. Barfleur ist letzteres: grau und rauh, massiv und so windig, dass die Wellen gegen die als Wellenbrecher platzierten Felsen der Strandmauer krachen.
Wir haben einen Platz auf dem Stellplatz am Hafen bekommen und wollen nur einen Spaziergang die Mole entlang zur Hafeneinfahrt machen. Plötzlich stehen wir vor diesem Monstrum von U-Boot. Okay, wir kennen ja auch nur das winzige Gegenstück in der Kieler Bucht bei Laboe. Dieses hier kann man ebenfalls besichtigen und damit steht für mich fest: Ich besuche die „Cite de la Mer“.
Wir sind auf dem Weg zum eigentlichen Ziel, dem Land der Bretonen. Vorher schauen wir uns aber noch das Ende der Welt an, besuchen Granville und klettern auf den Mont St. Michel. Der Piratenstützpunkt St. Malo wird dann unser erster Stopp in der Bretagne sein.
Concarneau ist wie Saint Malo ein Reiseziel erster Klasse und hat ebenfalls eine befestigte Altstadt, die als Halbinsel ins Meer hinein ragt. Trotzdem ist es hier etwas beschaulicher, ja fast dörflich. Das gefällt uns besser. Zum Ausgleich bekommen wir in Port-Aven wieder eine Überdosis Publikumsverkehr.
Vor 7000 Jahren haben sich Menschen überlegt, hier ein paar Steine in der Landschaft zu verteilen. Warum? Das weiß keiner so genau. Und wo Erkenntnisse fehlen, da breiten sich Mythen und Legenden aus. Die schönste in diesem Fall ist die von den zu Stein erstarrten Soldaten der römischen Armee.









